Kindergarteneinweihung vor 50 Jahren Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hermine Kipp   
Dienstag, 09. Juni 2015 um 16:43 Uhr
Eine weiße Schneedecke lag am 2. Advent 1965 über Bickelsberg als sich viele Dorfbewohner zu einem lange ersehnten Ereignis aufmachten- der Einweihung des neuerbauten Kindergartens.

Nach vielem Hin und Her zwischen bürgerlicher und kirchlicher Gemeinde war es endlich möglich geworden einen zeitgemäßen Kindergarten mit angrenzendem Freigelände zu erbauen. Die Verhandlungen zwischen weltlicher und kirchlicher Gemeinde waren im Vorfeld nicht immer von Frieden und Freude gezeichnet. Nach gewissen personellen Veränderungen veränderte sich das Spannungsfeld zum Positiven hin und es siegte die Vernunft. Architekt Artur Mohl, ein gebürtiger Rosenfelder bekam den Auftrag zur Planung. Verschiedene Handwerksbetriebe meist aus der Umgebung wie beispielsweise der unvergessene Zimmermeister Karl Ott aus Bickelsberg, aber auch das Baugeschäft Ernst Mayer aus Rosenfeld brachten sich mit guten handwerklichen Leistungen ein. Unter den weiteren Handwerkern befanden sich auch junge Handwerksbetriebe aus Bickelsberg.

Am 2. Advent 1965 war es dann soweit. Kinder und Erwachsene darunter auch zahlreiche Ehrengäste bewegten sich nach dem offiziellen Abschied vom alten „Kinderschüle“ einem früheren Waschäusle an der Kreuzung Albstraße/Engelgasse/Schäfergassenweg in RichtungSchäfergasse hinauf zum neuen Kindergartengebäude am Kindergartenweg.

Der Abschied vom alten Kinderschüle fiel niemanden schwer, obgleich an diesem alten mehr als bescheidenen Gebäude auch Erinnerungen einer ganzen Kindergartengeneration hingen. Unvorstellbar beengt waren die vielen Kinder untergebracht, für die es kein Aufnahmealter gab. Man brachte die Kinder halt dorthin um für die Arbeiten-vorwiegend auf dem Feld- den Rücken frei zu haben. So war es ein Raum in dem die Kinder spielen und die Kleineren manchmal auch schlafen sollten. Als Freiflächen fürs kindliche Spiel diente viele Jahre der Kirchhof und der Pfarrgarten(heute städtischer Kinderspielplatz an der Engelgasse). Doch nun war der Tag des großen Umzuges gekommen. Man nahm offiziell vom „Alten Kinderschüle“ Abschied und bewegte sich zum neuen Kindergarten. Nicht nur die Kinder staunten über die größeren und hellen Räume mit all den schönen neuen Möbeln und den neuen Spielsachen. Auch die neuen sanitären Anlagen ließen eine zeitgemäße Hygiene zu.

Viele lobende Worte wurden ausgesprochen und Pfarrer Manfred Jehle, der erst ein Vierteljahr zuvor nach Bickelsberg kam, hatte wie sooft später noch ein auf den Anlaß wunderbar zugeschnittenes Gedicht verfaßt, das allen in der jüngsten Geschichte vorausgegangenen Unstimmigkeiten zur heiteren Reimung verhalf. Bürgermeister Matthäus Siegel eröffnete seine Ansprache mit den Worten „O, selig ists ein Kind zu sein“ und freute sich mit den Kindern über das stolze, moderne Gebäude, in dem die Kinder nun Geborgenheit und Förderung erfahren durften. Architekt Artur Mohl schilderte die baulichen Arbeiten, die den Bickelsbergern nun zu diesem schmucken Gebäude verhalfen. Nicht mit großen Worten aber bald mit beispielhaften Taten wurde die zuvor angesprochene Geborgenheit und Förderung von der Leiterin des Kindergartens Frau Anna Süßle geb. Vogt den Kindern mit mütterlicher Liebe zuteil. Die Einweihungsfeier wurde vom erst kurz zuvor Vereinigten Kirchenchor Bickelsberg und Brittheim unter seinem unvergessenen Chorleiter Adolf Messer feierlich umrahmt. Die innige Feier und der Anlaß dazu dürften noch lange die Herzen von Groß und Klein bewegt haben.

Für heutige Verhältnisse zwar unvorstellbar wurde der Kindergarten für rund vierzig Kinder tagsüber zu einem begeistert angenommenen Ort, der unter alleiniger Obhut der Leiterin Anna Süßle geb. Vogt stand. Kein Telefon wäre der Leiterin zum Herbeiholen schneller Hilfe zur Verfügung gestanden. Doch den Kindern des Kindergartens mit ihrer Tante Anna war mannigfaltige Bewahrung zuteil geworden und so erlebten ganze Generationen von Bickelsberger Kindern eine wunderbare und außergewöhnlich kreative Kindheit bei ihrer „Tante Anna“. IN den ersten Jahren kam es dann zuweilen- besonders in den bäuerlichen Arbeitsspitzen – vor, daß manche Kinder nicht abgeholt werden konnten, weil die Eltern noch weit draußen auf dem Feld beschäftigt waren, wenn der Kindergarten offiziell beendet war.

Tante Anna und ihr Mann Albert Süßle reinigten dann noch die Kindergartenräume. Kinder, die bis dahin noch nicht abgeholt waren, durften dann mit der Tante heim und manche schliefen schon wunderbar auf dem Sofa bei den Süßles, wenn die Eltern vom Feld kamen.

War der Bickelsberger Kindergarten bei seiner Einweihung am 2. Advent 1965 als vor rund 50 Jahren ein evangelischer Kindergarten, so hat die Kirche mehr und mehr die Verantwortung in kommunale Hände gelegt.

Seit einigen Jahren ist aus dem ursprünglichen Evangelischen Kindergarten nun der Kindergarten Sterntaler geworden.

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